Ich blockiere … (Werbung, Tracker, einfach alles)

Ich blockiere
Werbung blockieren ist, als ob ich Baumstämme beiseite räume, die mir den Weg und die Sicht versperren.

Immer wieder werde ich gefragt, welchen minimalistischen AdBlocker ich empfehlen kann. Die Antwort darauf ist, dass ein minimalistisches AdBlocking nur sehr schwer möglich ist. Vor allem deshalb, weil Werbung heute derart viele verschiedene Techniken anwendet, dass eine vollständige Blockierung in einfacher Weise mitunter unmöglich zu sein scheint. Oder aber weil es gar nicht mehr nur noch um die Blockierung von Werbung geht, sondern auch darum, einen möglichst hohen Datenschutz aufrechtzuerhalten und infolgedessen um das Blockieren von Trackern und alternativen Tracking-Methoden.

Heute hole ich daher zu einem Rundumschlag aus, was das Thema AdBlocking betrifft. In meinem Artikel werde ich euch sagen, warum ich blocke, was ich blocke, wie ich blocke und vor allem auch, wie ihr derartige Blockierungen einrichten könnt. Doch bevor es um den praktischen Teil geht, möchte ich euch zunächst einmal verdeutlichen, warum das Internet ohne AdBlocker für mich nicht länger erträglich ist.

Ein Tag im Internet (ohne AdBlocker)

Wie jeden Morgen setzte ich mich an den Computer und besuche meine Lieblingswebsite. Sofort öffnet sich eine Cookie-Benachrichtigung und springt mir förmlich ins Gesicht. Schnell klicke ich sie weg, doch verklicke mich, denn wie so oft wird der falsche Button viel größer und farblich hervorgehoben dargestellt, worauf ich in der Hektik leider hereinfalle und ihn anklicke. Also genau das, was damit erreicht werden soll. Egal, die Cookie-Benachrichtigung ist erst einmal weg. Dann verschiebt sich die gesamte Website nach unten und im oberen Bereich wird ein blinkendes Werbebanner eingeblendet.

Kurz danach entdecke und öffne ich einen spannenden Artikel. Im Beitrag selbst ist ein Video von YouTube eingebettet. Nur ein ganz kurzes, ungefähr dreißig Sekunden lang oder so. Ich klicke also auf »Play« und schon startet die Werbung von YouTube. Die ist bedauerlicherweise nicht so kurz wie das Video selbst, sondern geht fast zwei Minuten lang. Oh Mann! Schnell klicke ich auf den Zurück-Button im Browser, um statt das Video anzusehen, lieber den nächsten Artikel zu lesen.

Erneut öffnet sich die Cookie-Benachrichtigung. Warum genau, weiß ich gar nicht, aber sie ist da und dieses Mal klicke ich immerhin auf den richtigen Button. Der nächste Artikel versteckt sich dann aber hinter einer Paywall. Das Banner dafür ist so groß, dass ich fast nichts mehr von der Website selbst sehe und es kaum wegklicken kann. Dafür wird mir dort prominent angezeigt, dass ich für nur einen Euro sofort ein Probe-Abonnement abschließen kann. Beim letzten Mal, als ich darauf hereinfiel, bekam ich noch wochenlang nach dem Abo Werbung für Reisen, Weinproben und natürlich die Zeitung selbst. Ich verzichte also dankend.

Stattdessen starte ich eine Suche nach dem Thema des Artikels, weil mich das nun tatsächlich interessiert. In der Suchmaschine muss ich erst einmal viel scrollen, denn die ersten Ergebnisse sind allesamt Werbung und die Ergebnisse direkt danach auch nicht unbedingt besser. Brauchbar wird es erst weiter unten, also auf Seite zwei. Das Internet nervt heute mal wieder ganz schön, denke ich mir. Dann öffne ich Instagram, um mir ein paar Hundefotos meiner Freunde anzusehen. Aber Instagram zeigt mir nur Dinge an, die mich nicht interessieren. Nach jedem zweiten Beitrag kommt zudem aufdringliche Werbung. Ich schließe die App also wieder.

Es ist Zeit, die E-Mails abzurufen. Dort bombardieren mich ein paar Newsletter, die ich garantiert nicht abonniert habe. Spam kommt natürlich auch täglich, wird aber immerhin zum Großteil schon automatisch herausgefiltert. Da fällt mir ein, wo bleibt eigentlich meine Bestellung von letzter Woche? Also schnell zur Website des Shops gewechselt und den Support angeschrieben. Das geht aber auch nicht einfach so, sondern nur über das Ticket-System eines Drittanbieters, der gleich wieder meine E-Mail Adresse haben möchte und ein riesiges Chat Pop-up öffnet, bei dem ich allerlei Richtlinien, AGB und Hinweise zum Datenschutz bestätigen muss, bevor ich überhaupt etwas schreiben kann.

Es nervt mich! Es nervt richtig! Es nervt! Jetzt blocke ich diese ganze Sch*** ein für alle Mal. Ganz egal, was ich dafür unternehmen muss.

AdBlocker reichen schon lange nicht mehr aus

Die soeben geschilderte Erfahrung kennen viele von euch sicherlich nur allzu gut. Das Internet ist kaputt! Es ist nicht länger nutzbar, ohne einen cleveren AdBlocker installiert zu haben. Das eigentliche Drama daran ist, dass ein einzelner AdBlocker gar nicht mehr ausreicht, um die vielen listigen Arten von Werbung vollständig blockieren zu können. Jedenfalls nicht so, dass diese tatsächlich in jeglicher Form blockiert sind.

Denn installiere ich nur einen AdBlocker im Browser, bringt mir das erst einmal gar nichts, sobald ich den Browser wieder verlasse. Doch Werbung ist inzwischen überall. Das ist übrigens auch einer der Gründe dafür, warum Online-Shops und Services uns Nutzer sehr gerne in ihre Apps drängen und dort mit Gutscheinen oder Rabatten um sich schmeißen, die dann nur in der App einlösbar sind. Nämlich, weil dort in der Regel nichts geblockt wird und auch gar nicht so einfach geblockt werden kann. Schon gar nicht von einem Laien, der sich nur bedingt mit der Technik im Hintergrund auskennt.

Dabei sind es nicht nur die Smartphone-Apps, die Daten sammeln, Werbung einblenden und umfangreiche Analysen betreiben. Auch Software baut heutzutage unzählige Verbindungen nach außen hin auf, überträgt Daten und sendet fleißig Berichte über das Nutzerverhalten, auch abseits von Problembehandlungen bei Abstürzen.

Wer also in seinem Browser einen AdBlocker installiert, blockiert damit dann zwar Werbung und blendet somit auch die meisten störenden Elemente aus, verhindert aber nach wie vor nicht, dass Software und Apps weiterhin Werbung einblenden oder unzählige Daten im Hintergrund senden. Und manchmal wird Werbung per AdBlocker zwar ausgeblendet, im Hintergrund aber dennoch geladen. Um das zu verhindern, braucht es dann schon einen AdBlocker auf DNS-Ebene, die wohl modernste Form der Werbeblockierung. Was ironisch ist, weil sie eigentlich die rudimentärste Art von AdBlocking darstellt.

Was also tun? Ganz einfach! Eine performante, günstige und zugleich effektive Auswahl an AdBlockern einzusetzen, die dafür sorgt, dass wirklich nahezu alle störenden Elemente nicht nur versteckt, sondern auch vollständig blockiert werden. Solche Elemente gibt es im Internet ohne Ende. Vielleicht sage ich euch einfach mal, was ich so alles blockiere und zeige euch danach, wie auch ihr das alles blockieren könnt.

Was ich blockiere, damit das Internet wieder nutzbar wird

Werbung und ich, das funktioniert nicht. Ich blockiere Werbung auf DNS-Ebene, ich blockiere Werbung im Browser, ich blockiere jegliche Form von Diagnose-, Telemetrie- oder Analysedaten. Ich blockiere alles, was einfach so geladen oder gesendet wird. Weil ich nicht möchte, dass etwas empfangen oder gesendet wird, was ich nicht explizit angefordert oder angestoßen habe.

Ich blockiere Blockierungen von AdBlockern und blockiere Pop-ups, die mich darum bitten, meinen AdBlocker auszuschalten. Ich blockiere Pings und Tracking-Beacons, entferne Tracking-Parameter aus URLs und entschlüssle Kurzlinks von sogenannten Kurz-URL-Diensten (URL Shortener) bevor ich sie anklicke. Ich verhindere mittels Blockierung, dass Links in den App Store von Apple, den App Store öffnen und blockiere die nervigen Banner, die mich auf Websites darauf hinweisen, dass es eine App im App Store gibt, die ich installieren kann. Und natürlich die Fenster, die mich darum bitten, doch lieber die App zu verwenden, weil die viel besser ist als die Website, die ich gerade nutzen will, aber nicht nutzen kann, weil das nervige Banner angezeigt wird. Cookie-Benachrichtigungen blockiere ich natürlich ebenfalls. Die verwenden ohnehin zum Großteil Dark Patterns und versuchen mich permanent zum Fehlklick zu verleiten. Webfonts blockiere ich nebenbei auch noch, da sie nur die Ladezeit erhöhen und ich auf den visuellen Reiz in Hinblick auf das gesparte Datenvolumen gerne verzichten kann.

In meinen E-Mails blockiere ich externe Objekte, Tracking Pixel und maskierte E-Mail Adressen. Ich blockiere Spam, wo immer es nur geht und unerwünschte Mails landen genau dort – nämlich im Spam-Ordner. Aus den nicht gewollten Newslettern (das sind im Grunde alle) trage ich mich beim Erhalt von Mailings sofort aus und wenn möglich, setze ich die E-Mail Adresse anschließend auf meine Blockliste. Wie nervig es ist, dass jede zweite Shop-Bestellung automatische und zum Teil auch sehr versteckte Newsletter-Anmeldungen enthält, ist ein Thema für einen anderen Artikel. Ich blockiere Werbung per SMS oder iMessage, indem ich die Absender entsprechend blockiere und die Nachricht als Spam deklariere. Ich blockiere einfach alles, was unnötig ist, soweit es mir auf irgendeine Art und Weise ermöglicht wird.

Ich blockiere per Drittanbietersperre die Zahlungen über den Mobilfunkanbieter, um gängige Betrugsmaschen zu verhindern. Außerdem verhindere ich per »Widerspruch gegen Erhebung von Bewegungsdaten«, dass Mobilfunkanbieter GEO-Daten von mir verkaufen können. Genau das tun sie nämlich oft, wenn ich dem nicht aktiv widerspreche. Ich blockiere mit einer Übermittlungssperre zudem die Weitergabe meiner Meldedaten. Bei allen Anbietern, bei denen ich Kunde bin oder einen Account habe, blockiere ich per »Widerspruch nach Art. 21 DSGVO« zudem Direktwerbung, Profiling und Meinungsforschung. Und ich blockiere Werbung in der Banking App, indem ich dem Support schreibe, woraufhin sie eine Werbesperre einrichten und ich keine dümmlichen Produktempfehlungen mehr in der App direkt über meinem Konto angezeigt bekomme. Wer auf die Idee kam, dass dort Werbung platziert werden sollte, weiß ich auch nicht.

Kurzum blockiere ich so ziemlich alles an Werbung und Nervereien, was möglich ist und genau das solltet ihr auch tun. Minimalistisch ist das erst einmal nicht. Minimalistisch ist es erst dann, wenn der Großteil dieser Blockierungen erfolgreich eingerichtet wurde. Denn damit ist das Internet plötzlich wieder ganz still und vor allem auch deutlich schneller. Denn wo kein Schwachsinn mehr geladen werden muss, sinkt nicht nur die Ablenkung, sondern auch der Datenverbrauch, was primär bei Tarifen mit geringen Datenvolumen nur allzu empfehlenswert zu sein scheint. Wie das geht, zeige ich euch jetzt, und zwar bis in das kleinste Detail.

Werbung, Tracker und noch vieles mehr blockieren

Das System eines AdBlockers wird den meisten von euch sicherlich bereits bekannt sein. Das Problem mit den AdBlockern ist jedoch, dass diese den Seitenaufbau negativ beeinflussen. Die Ausführung der integrierten Scripte und Methoden zur Blockierung von Werbung benötigen schlichtweg Ressourcen auf eurem Gerät und das sorgt wiederum dafür, dass entweder der Akku darunter leidet (weil die Blockierung Rechenpower und somit Energie verbraucht) oder der Seitenaufbau selbst entsprechend stark verlangsamt wird.

Beides Dinge, die wir natürlich nicht haben wollen. Selbst dann nicht, wenn die blockierte Werbung wiederum ebenfalls Akku einspart, da sie nicht mehr geladen oder ausgeführt werden muss. Oft hebt der Effekt sich schlichtweg auf, auch wenn die Anbieter der AdBlocker natürlich etwas anderes versprechen. Die Energie, die ein AdBlocker durch das Blockieren von Werbung einspart, benötigt er also selbst, damit er überhaupt funktioniert.

In meinem Artikel »Minimalistischer AdBlocker« habe ich sehr genau beschrieben, wie ein minimalistisches und besonders performantes Setup zum Blockieren von Werbung aussehen sollte. In erster Linie ging es dort jedoch darum, einen möglichst performanten und minimalistischen AdBlocker zu finden. Einer, der ohne viele Optionen auskommt, sofort einsatzbereit ist und direkt funktioniert. Ein AdBlocker der zuverlässig die Werbung blockiert, ohne darüber hinaus die Performance negativ zu beeinträchtigen.

Doch die Idee mit dem AdBlocker ging für viele von euch nicht weit genug und recht schnell bekam ich das Feedback, dass mehr möglich sein sollte. Das ist es auch. Aber nur dann, wenn ihr bereit seid, euch ein wenig umfassender mit dem Thema AdBlocking zu beschäftigen. Denn alles, was über einen einfachen AdBlocker hinausgeht, ist zugegebenermaßen etwas technischer, komplizierter und daher auch deutlich schwieriger zu verstehen und umzusetzen. Jedenfalls dann, wenn ihr euch mit der Materie selbst noch nie beschäftigt habt. Wer sich das allerdings zutraut, liest jetzt weiter.

Hier zeige ich euch nämlich, wie ihr neben der Werbung auch noch alle anderen unerwünschten Elemente blockieren könnt und zudem Werbesperren einrichtet, wo immer dies möglich ist. Genau wie im vorherigen Absatz beschrieben, gilt es heutzutage nämlich weitaus mehr zu blockieren als nur die Werbung auf Websites. Und genau darum kümmern wir uns nun.

AdBlocker einrichten

Zum Blockieren von Werbung setzte ich primär auf NextDNS*. Das filtert in meiner Konfiguration fast die gesamte Werbung heraus und auch die meisten nervigen Cookie-Benachrichtigungen verschwinden. Werbung auf DNS-Ebene zu blockieren, sorgt außerdem dafür, dass diese gar nicht erst geladen werden kann. Wer zudem noch dynamische Anzeigen blockieren möchte (z. B. YouTube Ads), der installiert sich am besten Wipr aus dem App Store und liest meinen Artikel »Minimalistischer AdBlocker«. Dort beschreibe ich noch einmal genauer, welche Optionen ich bei NextDNS aktiviert habe und warum ich für mein iPhone und das MacBook am Ende Wipr und keinen anderen AdBlocker verwende.

App Store App Banner blockieren

Das Blockieren von App Store App Bannern geht ganz einfach mit der Safari-Erweiterung StopTheMadness. Die Erweiterung wird hier übrigens noch öfter erwähnt, da sie eine Vielzahl an unterschiedlichen Problemen löst. Unter anderem werden eben auch die Banner ausgeblendet, die bei Websites darauf hinweisen, dass es auch eine App gibt. Die sind auf dem Mac und iPhone nämlich wirklich nervig. Vor allem dann, wenn ihr bereits wisst, dass es eine App gibt, aber gerade ganz bewusst die Website aufrufen möchtet.

Login Pop-ups blockieren

Jeder von euch kennt die nervigen Login Pop-ups auf Websites, die einen zum Login oder der Registrierung zwingen sollen. Sei es nun auf Reddit, Instagram oder all den anderen Portalen. Mit der App Banish werden diese »Open in Apps« Benachrichtigungen ganz einfach blockiert.

Cookie-Benachrichtigungen blockieren

AdBlocker wie Wipr blockieren Cookie-Benachrichtigungen bereits sehr zuverlässig. Es geht aber immer noch ein wenig umfangreicher. Effektiver gelingt dies beispielsweise mit NextDNS und der von mir gepflegten Filterliste auf Github. Damit werden die typischen Services, die solche Cookie-Benachrichtigungen als Service für Unternehmen anbieten, bereits auf DNS-Ebene blockiert. Hush ist ebenfalls eine hervorragende App, die hier Abhilfe schaffen kann. Klar sollte euch dabei nur sein, dass es immer einige speziellere Cookie-Benachrichtigungen geben wird (beispielsweise von kleineren WordPress Plugins), die trotz der Erweiterungen nicht blockiert werden können. Das ist leider normal. Mir selbst reicht hierbei allerdings, was NextDNS und Wipr in Zusammenarbeit blockieren. Hush hatte ich früher lange aktiviert, habe es inzwischen aber wieder entfernt, da es in meinen Augen schlichtweg überflüssig geworden ist. NextDNS und Wipr erledigen diesbezüglich schon einen wirklich guten Job.

YouTube Werbung blockieren

Bei YouTube werden dynamische Anzeigen eingebettet, die auch nicht so einfach zu blockieren sind. Das ist einer der Gründe dafür, warum viele AdBlocker zwar Werbung filtern, aber keine YouTube-Werbung blockieren können. Zudem geht YouTube inzwischen verstärkt gegen Nutzer von AdBlockern vor und versucht diese zu erkennen, um dann eine Warnung anzuzeigen (Anti-Adblock Script) und ihnen Videostreams in geringer Qualität auszuspielen. Da wundert sich manch einer dann, warum das neue 4K-Video trotzdem auf einmal unscharf und pixelig aussieht. Gegen YouTube-Werbung hilft ebenfalls StopTheMadness. Das blockiert Werbung, indem es sie besonders schnell vorspult. YouTube erkennt diese Methode nicht und deshalb funktioniert sie auch weiterhin sehr zuverlässig. Der AdBlocker Wipr hat ebenfalls ein Modul integriert, genannt Wipr Extra, welches YouTube-Werbung blockieren kann. Falls ihr YouTube ganz minimalistisch verwenden möchtet, solltet ihr zudem einen Blick in meinen Artikel diesbezüglich werfen. Das ist besonders interessant, wenn euch die ganze Ablenkung auf YouTube nervt und ihr euch im Grunde nur ein reduziertes Videoerlebnis wünscht.

Diagnose-, Telemetrie- oder Analysedaten

Um mögliche Diagnose-, Telemetrie- oder Analysedaten zu blockieren, solltet ihr die entsprechende Option in den Einstellungen der Applikation zunächst deaktivieren. Seit der DSGVO ist solch eine Einstellung zum Teil Pflicht geworden, weshalb ihr in den jeweiligen Menüs nun häufig einen Bereich mit gesonderten Privatsphäreneinstellungen finden könnt. Jedenfalls bei Apps aus dem europäischen Raum. Meist ist das ein kleiner Haken, der aktiviert oder deaktiviert werden muss, damit solche Daten nicht mehr übertragen werden. Bei Software auf dem Mac gibt es das übrigens genauso. Sucht also ruhig ein wenig in den Optionen herum und deaktiviert diese Datensammelei händisch, um die Übertragung fortan zu verhindern.

Direktwerbung per Widerspruch blockieren

Egal bei welchem Anbieter ihr einen Vertrag abgeschlossen oder einen Account erstellt habt, fast alle sichern sich eure Daten für Direktwerbung, Profiling und Meinungsforschung. Wer dem nicht aktiv widerspricht, kann nichts dagegen unternehmen. Seit der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ist dieser Widerspruch jedoch wesentlich einfacher geworden und Anbieter können diesen auch nicht mehr ohne Weiteres ignorieren, ohne damit empfindliche Strafen zu riskieren.

Um Widerspruch einzulegen, reicht eine relativ simple Mail, die ihr nur mit euren persönlichen Daten füllen und dann an den jeweiligen Anbieter schicken müsst. Hier ist eine simple Vorlage. Einfach abschicken und auf die Bestätigung warten. Das dauert meist ein paar Tage, da die Mail erst an den zuständigen Mitarbeiter für Datenschutz weitergeleitet wird.

Zahlungen über die Mobilfunkrechnung blockieren

Die Drittanbietersperre wurde einst durch Abofallen berühmt. Mit ihr verhindert ihr, dass versehentlich ein Angebot aktiviert wird, welches ihr dann über eure Handyrechnung zahlen müsst. Die Drittanbietersperre sorgt also in erster Linie dafür, dass keine Zahlungen über die Mobilfunkrechnung mehr möglich sind. Wenn ihr nicht wisst, wie so etwas geht, könnt ihr euch auch immer an den Support wenden und eine Aktivierung der Drittanbietersperre verlangen. Bei den meisten Anbietern ist die Option heutzutage sogar bereits online im eigenen Account zu finden. Sucht dort also einfach mal gezielt nach dem Begriff »Drittanbietersperre«. Meist reicht inzwischen ein einziger Klick aus, um selbige zu aktivieren. Auf diese Weise erspart ihr euch dann auch etwaige Mails mit dem Support.

E-Mail Tracking-Schutz einrichten

Unter iOS ist es ganz einfach, einen effektiven E-Mail Tracking-Schutz einzurichten. Die Funktion verbirgt anschließend eure IP-Adresse vor Absendern, sodass diese weder sehen, woher ihr kommt, noch ob ihr die E-Mail überhaupt geöffnet habt. Auf dem iPhone ist die Funktion unter »Einstellungen« dann »Mail« und dann »Datenschutz« zu finden. Dort einfach die Option »Mail-Aktivität schützen« aktivieren. Unter MacOS öffnet ihr hingegen die Mail App, geht in die Einstellungen und findet im Reiter »Datenschutz« ebenfalls eine entsprechende Option. Hier könnt ihr allerdings nicht nur die IP-Adresse verbergen, sondern auch pauschal alle entfernten Inhalte blockieren. Das ist ebenfalls sehr nützlich und verhindert, dass entfernte Objekte überhaupt geladen werden müssen.

Datenverkauf der Mobilfunkanbieter blockieren

Mobilfunkanbieter sammeln Bewegungs-, Verkehrs- oder GEO-Daten und werten diese entsprechend aus. Das kann zur einfachen Analyse der Fall sein, doch meist werden die Daten in anonymisierter Form auch verkauft. Zu sogenannten Marketingzwecken. Wer das nicht möchte, muss per Opt-out widersprechen. Vor allem die Telekom (dazu gehört übrigens auch Congstar und Fraenk) handhabt dies so und hat deshalb auch ein eigenes Formular bereitgestellt. Dort tragt ihr einfach die Handynummer ein, könnt euch dann entsprechend austragen und blockiert somit den Datenverkauf. Geht ganz schnell und sollte daher unbedingt erledigt werden.

Link-Tracking blockieren

Habt ihr schon einmal von Tracking-Beacons und Tracking-Parametern in Links gehört? Bei einem Beacon sendet der Browser Daten des Benutzers automatisch an den jeweiligen Server zurück. Damit ist ein sehr genaues Tracking möglich, weshalb diese Methode unbedingt blockiert werden sollte. Tracking-Parameter hingegen sind Bestandteile einer URL, die Nutzer ebenfalls identifizierbar machen. Das bekannteste Beispiel für URL-Tracking-Parameter ist der UTM-Parameter, der an eine URL angehängt wird und diese somit individuell, also trackbar werden lässt. Geblockt werden kann beides mit der Safari-Erweiterung StopTheMadness. Die blockiert nebenbei dann auch gleich noch Pings, klassisches Clickjacking und verschiedene Query-Parameter, die zum Link-Tracking verwendet werden. Eine Allzweckwaffe also, um mehr Privatsphäre zu erzeugen.

Weitergabe der Meldedaten blockieren

Um eine Weitergabe der Meldedaten blockieren zu können, muss eine Übermittlungssperre beim Melderegister eingerichtet werden. Verschiedene Institutionen haben dabei das Recht, eure Daten aus dem Melderegister abzufragen. Dagegen kann nach § 50 Abs. 5 und § 36 Bundesmeldegesetz Einspruch in Form einer Übermittlungssperre beantragt werden. Die Piratenpartei hat diesbezüglich ein Formular erstellt, welches ihr für diesen Zweck verwenden könnt. Auch das ist eine Überlegung wert, wenn euch Datenschutz besonders wichtig ist.

Werbung in der ING App blockieren

Noch ein ganz privater Tipp für alle, die bei der ING ein kostenloses Girokonto* haben und von der Werbung innerhalb der App ebenso genervt sind, wie ich es bin. Ihr könnt diesbezüglich einfach eine E-Mail an den Support schreiben und darum bitten, eine Werbesperre einzurichten. Der Support kommt dem für gewöhnlich direkt nach und fortan wird das nervige Banner, im Bereich über eurem Konto, nicht mehr angezeigt. Traumhaft, kann ich euch sagen. Das klappt übrigens auch bei anderen Anbietern und ist zumindest immer einen Versuch wert, sollte euch in einer App mal Werbung stören, die anderweitig nicht entfernt oder blockiert werden kann. Fragen kostet schließlich nichts.

Javascript blockieren

Es ist nicht immer ratsam, Javascript zu blockieren, da viele Websites heutzutage Javascript für ihre Funktion voraussetzen. Bei einigen lässt sich aber problemlos auf Javascript verzichten. Ich nutze dafür die Safari-Erweiterung StopTheScript und blocke Javascript damit beispielsweise auf Wikipedia, bei Google und ebenso auf DuckDuckGo. Bei der Suchmaschine gibt es noch einen weiteren Trick, denn wenn Javascript blockiert ist, nutzt DuckDuckGo die reine HTML-Suche. Dabei handelt es sich um eine Lite-Version der Suchmaschine, die nicht nur ohne Javascript auskommt, sondern auch deutlich kürzere Ladezeiten aufweist. Ansonsten gilt es einfach zu testen, wo Javascript blockiert werden kann und wo eine Blockierung Probleme verursacht. Wo möglich, ergibt es immer Sinn, zugunsten der Performance auf Javascript zu verzichten.

Webfonts blockieren

Es gibt verschiedene Methoden, um Webfonts im Browser zu blockieren. Zum Beispiel mit einem AdBlocker, der auch Medientypen blockieren kann. Oder ihr nutzt NextDNS und verwendet dort meine Blockliste für externe Schriftanbieter. Damit wird verhindert, dass eine Website externe Webfonts lädt. Noch viel einfacher erledigt diese Aufgabe jedoch der kleine Bruder von der genialen Erweiterung StopTheMadness, der auf den Namen StopTheFonts hört. Damit werden entweder alle oder nur Drittanbieter-Webfonts blockiert. Resultat der ganzen Aktion ist zum einen deutlich mehr Datenschutz sowie zum anderen kürzere Ladezeiten und weniger verbrauchtes Datenvolumen am Smartphone. Denn Webfonts sind mitunter riesengroß und jede Schriftart und Schriftstärke muss einzeln geladen werden. Wer Webfonts blockiert, verbraucht mobil also weniger Datenvolumen und beschleunigt den Seitenaufbau um ein Vielfaches.

Werbung ist nicht immer schlecht

Seit ich denken kann, blogge ich. Als ich noch deutlich jünger war, hatte ich einen Gaming Blog mit ca. 100.000 Besuchern im Monat und als WordPress allmählich populärer wurde, führte ich einen eigenen WordPress Blog mit um die 75.000 Besuchern im Monat. Das waren alles erfolgreiche Projekte, die sich jedoch ausschließlich über Werbung finanzierten. Angebote wie Patreon, um Spenden zu sammeln, gab es damals noch gar nicht oder sie waren zumindest alles andere als relevant.

Ich weiß noch, wie ich einmal versuchte, die gesamte Werbung aus meinen Blogs zu entfernen und stattdessen um Spenden gebeten habe. Über PayPal kamen dann einmalig 50 Euro herein. Das war aber auch schon alles. Das Konzept Spenden funktionierte also nicht und Systeme wie Abonnements oder bezahlte Newsletter, wie sie heutzutage gerne angeboten werden, ließen sich damals noch gar nicht realisieren.

Selbst heute sehe ich solche Systeme eher skeptisch. Ich mag den Gedanken nämlich nicht, dass Blogs hinter einer Paywall verschwinden, wie es die meisten modernen Magazine und Zeitungen handhaben. Wer noch etwas abseits von dem Influencer-Schwachsinn konsumieren möchte, muss fast immer dafür zahlen und selbst die Schrottinhalte wollen Subs auf Twitch oder Spenden via Patreon generieren, wobei sie einen dennoch mit ganz schön viel Werbung überschütten.

Gute Inhalte verschwinden daher aus der Öffentlichkeit und das führt zwangsläufig dazu, dass Bubbles entstehen. Wer für Nachrichten zahlt, ist drin, doch wer nicht zahlt, bekommt Fehlinformationen oder Halbwissen serviert. Gute Inhalte kosten Geld, das ist heutzutage klarer als jemals zuvor. Werbung ist per se auch nichts Schlechtes, weil Werbung dafür sorgen kann, dass hochwertige Inhalte kostenlos verfügbar sind. Leider scheint das aktuell aber nicht zu funktionieren. Ich blocke Werbung, weil ich muss, nicht weil ich möchte. Weil das Internet nur noch mit AdBlocker funktioniert.