Filtr: Wipr 2 blockiert jetzt In-App Werbung
Wipr war für mich tatsächlich der beste AdBlocker für Safari, und Wipr 2 stellte die logische, performante und überaus durchdachte Weiterentwicklung des beliebten AdBlockers für iOS und MacOS dar. Mit Filtr folgt nun ein Addon für Wipr 2, welches als In-App Kauf angeboten wird. Ziel von Filtr ist aber nicht die erweiterte Blockierung von Werbung im Browser, wie es etwa Wipr 2 Extra ermöglicht, sondern die Blockierung der In-App Werbung unter iOS sowie MacOS und das möglichst performant und datenschutzfreundlich im gesamten System.
In-App Werbung ist dabei besonders schwierig zu blockieren, denn AdBlocker funktionieren für gewöhnlich nur im Browser, nicht aber im Betriebssystem selbst. Wenn AdBlocker auf Systemebene agieren, dann meist über einen DNS-Server mit AdBlocker oder ein VPN mit Werbeblockierung. Beides gibt es auch als virtuelle Variante in einigen AdBlockern, die den Datenverkehr dann künstlich umleiteten und ein VPN vortäuschen, in welchem die Werbe-URLs herausgefiltert werden können. Das ist allerdings alles andere als datenschutzfreundlich, da solche AdBlocker euren gesamten Traffic sehen. Vom Akkuverbrauch und der Performance mal ganz zu schweigen.
Gegen solche Methoden hat sich die Entwicklerin von Wipr 2 immer wieder ausgesprochen. Weil sie die Privatsphäre verletzen und die URLs in der Theorie für den AdBlocker offenlegen. Für Wipr 2, oder besser gesagt das neue Filtr Addon, nutzt die engagierte Entwicklerin daher eine andere, noch ganz neue Funktion, die erst mit iOS 26 und MacOS 26 Einzug in die Systeme von Apple erhält – den sogenannten URL‑Filter. Warum, wieso, weshalb, verrät euch mein ausführlicher Test zu Filtr für Wipr 2.
Filtr blockiert Werbung in Apps
Zunächst einmal war Filtr bereits eine ganze Weile angekündigt und in Entwicklung, ehe es dann tatsächlich erschien. Fast ein Jahr, um genau zu sein. Als Beta-Tester von Wipr 2 und auch Filtr konnte ich schon recht früh einen ersten Blick auf das Wipr 2 Addon werfen. Dabei scheiterte es zuletzt immer wieder an Apple selbst, die solche URL-Filter schlichtweg nicht erlaubten und Apps, die diese neuartige Funktion nutzten, nicht für den App Store freigaben. Zeitweise sah es daher so aus, als würde Filtr gar nicht im App Store erscheinen dürfen, denn es war unklar, ob Apple diese Art von URL-Filtern jemals offiziell für Apps unter iOS und MacOS zulassen würde.
Nachdem Filtr dann fertig war, wurde es erst einmal wieder still um das Addon. Die Entwicklerin hoffte darauf, dass Apple den sprichwörtlichen Schalter umlegte, die Art von Erweiterung offiziell erlaubte und Filtr endlich freigab. Das geschah aber erst mit iOS 26.3 sowie MacOS 26.3. Erst zu diesem Zeitpunkt wurden Apps mit URL-Filter offiziell freigegeben und somit dann endlich auch Filtr. Das Addon kann seitdem als In-App Kauf in Wipr 2 freigeschaltet werden und kostet dort faire 5,99 Euro im Jahresabo oder 29,99 Euro als Einmalkauf, was wirklich nicht zu viel verlangt ist. Zum Geschäftsmodell schreibe ich später noch etwas.
Auch wenn ich selbst Abonnements grundsätzlich ablehne, so habe ich doch auf freiwilliger Basis eines für Wipr 2 abgeschlossen (offiziell ist es dort eine jährliche Spende). Einfach deshalb, weil wirklich ständig neue Updates erscheinen und eine Pflege stattfindet, die sich mit einem Einmalkauf fast nicht decken lässt. Dennoch fair, dass es weiterhin dabei bleibt und verständlich, dass Filtr kein kostenloses Update geworden ist. Dazu ändert der Inn-App Kauf auch einfach zu viel und bringt eine zu große und zu wichtige Neuerung mit sich.
Doch wie arbeitet der neue URL-Filter von Filtr denn nun genau und warum ist Filtr so viel besser und intelligenter als die typischen DNS-Server mit AdBlocker und virtuellen VPNs der anderen AdBlocker? Das finden wir jetzt gemeinsam heraus.
Wie Filtr In-App Werbung blockiert
Apples URL-Filter funktioniert systemweit und mit exakten URLs, nicht nur mit Wildcards. Mit dem URL-Filter kann Wipr 2 also URLs wie beispiel.de/werbung/ blockieren, ohne direkt die gesamte Domain beispiel.de blockieren zu müssen. Somit bleibt auch beispiel.de/toller-content/ weiterhin erreichbar.
DNS-Server und auch virtuelle VPNs können das in der Regel nicht. Sie blockieren lediglich die gesamte Domain oder Subdomain, aber keine exakten URLs. Das ist schon einmal ein echter Vorteil von Filtr, da es so zu deutlich weniger "False Positives" kommt und nicht gleich eine ganze Domain oder App blockiert werden muss, wenn nur einzelne Tracker oder Werbebanner von dort blockiert werden sollen.
Jeder, der schon einmal einen DNS-Server mit AdBlocker verwendet hat, weiß von dem Problem. Eine eigentlich saubere URL, die durch ein Tracking Script auf einer Blockliste gelandet ist, wird fortan unerreichbar. Oder aber landet auf der Allowlist, was bedeutet, dass fortan das Tracking Script mitgeladen werden muss, da es von derselben Domain stammt. Filtr hingegen kann das Script blockieren, während die Domain selbst weiterhin erreichbar bleibt.
Es gibt aber noch weitere Vorteile des neuen URL-Filters von Apple, von denen Filtr in Wipr 2 Gebrauch macht. Ohne VPN Service oder DNS Resolver funktioniert dieser nämlich tatsächlich systemweit und überaus zuverlässig, ohne jedwede Verzögerung. Das bedeutet, dass im gesamten System, Tracker und Werbung blockiert werden. In jeder App. Verantwortlich dafür ist die Network Extension API. Doch schauen wir uns die Technik von Filtr noch einmal im Detail an, um mehr darüber zu erfahren.
Die Technik hinter dem Filtr Addon
Wipr 2 Filtr nutzt mit dem URL-Filter von iOS 26 und MacOS 26 eine brandneue Funktion. Mit dem URL-Filter bleibt der Datenverkehr nämlich jederzeit auf dem eigenen Gerät, was der Privatsphäre entsprechend zugutekommt. Während beim DNS-Server und VPN Service Traffic umgeleitet werden muss, ist der URL-Filter Teil der Network Extension API, also Teil des Betriebssystems selbst und damit auch schon vor dem eigentlichen Netzwerkzugriff aktiv.
Technisch bedeutet dieser Umstand, dass der URL-Filter bereits vor der eigentlichen DNS-Abfrage greift. Also wirklich noch lange vor dem eigentlichen Zugriff und der Anfrage im Internet. Und weil er im gesamten System greift, filtert er alle schädlichen URLs heraus, also auch die, die von Apps stammen und oft unbemerkt im Hintergrund stattfinden.
Filtr bekommt seine Anweisungen, was blockiert werden soll, von einem Server seitens Wipr 2. Das hält die Blockliste bezüglich zu filternder URLs nicht nur entsprechend aktuell, sondern ist auch besonders performant. Was blockiert werden muss, fragt Filtr zudem nur beim ersten Aufruf ab. Anschließend landet die Anfrage im Cache, was die Blockierung via URL-Filter abermals besonders performant erscheinen lässt. Das ist ähnlich, wie es ein DNS-Server mit AdBlocker handhaben würde, nur greift der URL-Filter hier bereits viel früher. Einmal blockiert, ist es dann so, als würde die URL im Internet nicht mehr existieren.
Filtr im Performance-Vergleich
Gleich vorweg möchte ich sagen, dass ich keine umfangreichen Tests durchgeführt habe, die das Folgende exakt beweisen. Es ist nur eine simple Logik. Denn jetzt geht es um die Performance und den Akkuverbrauch, sowohl auf dem iPhone, iPad, als auch auf dem MacBook oder iMac. Und in dieser Hinsicht ist davon auszugehen, dass Filtr weitaus weniger Leistung benötigt und somit weniger Akku verbraucht als ein zusätzlicher DNS-Server oder ein VPN Service.
Letztere werden von manchen AdBlockern nur virtuell erstellt, existieren im Grunde also gar nicht. Der DNS-Server oder das VPN laufen dann lokal und dienen lediglich dazu, den Traffic umzuleiten und somit blockieren zu können. Aber da nur Domains und keine exakten URLs blockiert werden, gibt es immer wieder "False Positives".
Bei den Blockierungen bedeutet dies, dass einige Apps immer wieder versuchen, eine Anfrage zu stellen, und sich dann wundern, warum sie keine Antwort erhalten. In diesem Limbo verursachen sie Unmengen an Ressourcenverbrauch, was wiederum den Akku stark belastet. Statt die Blockierung nämlich einfach hinzunehmen, versuchen sie permanent, die Ressource nachzuladen.
Abgesehen davon greift der URL-Filter aber auch noch vor der eigentlichen DNS-Abfrage ein. DNS-Server senden und antworten hingegen erst, und ein VPN leitet den gesamten Traffic um, was ohnehin langsamer ist und mehr Energie verbraucht. Die Latenz liegt beim URL-Filter so gesehen also im Bereich von Nanosekunden, während eine DNS-Abfrage schon einmal 50 Millisekunden oder mehr benötigen kann, je nach Auslastung des DNS‑Servers. Außerdem werden keinerlei Daten gesendet. Es ist ein reiner Speicherzugriff ohne Hintergrundaktivitäten. Die Performance von Filtr ist somit nicht vergleichbar, weil sie schlichtweg in einer ganz anderen Liga als DNS und VPN spielt.
Was den URL-Filter so genial macht
Es hat lange gedauert, ehe Apple die Funktion des URL-Filters aktiv bereitgestellt hat und es erlaubte, entsprechende Apps einzureichen. Das hat seine Gründe, denn die URL-Filter sind mächtig, schnell, vor allem aber auch sehr datenschutzfreundlich. Etwas, was DNS-Server und VPN Service meist nicht sind.
URL-Filter sorgen für einen systemweiten Schutz, garantieren die bestmögliche Performance und daher auch den niedrigsten Akkuverbrauch aller Blockiermethoden. Einfach deshalb, weil die Blockierung noch vor der Anfrage greift, und zwar direkt auf dem Gerät selbst. Damit ist Filtr unfassbar datenschutzfreundlich und auch unglaublich schnell. URL-Filter sind hier ein wahrer Segen.
Statt Werbung, Tracker und schädliche Seiten per DNS zu blockieren, müsst ihr mit dem URL-Filter gar keine DNS-Abfrage mehr stellen. Der greift nämlich, wie erwähnt, schon vorher ein. Und wie gesagt, geht es bei Filtr auch um vollständige URLs und nicht einfach um Domains, die geblockt werden. Effizienter kann ein AdBlocker für In-App Werbung daher auch gar nicht gebaut werden. Denn um all das Drumherum und die Werbung in Safari (YouTube-Werbung, dynamische Ads etc.) kümmern sich die Blocklisten in Wipr 2 und Wipr 2 Extra. Die In-App Werbung blockiert ab nun hingegen Filtr.
Filtr mit Privat-Relay, DNS-Server oder VPN verwenden
Nun ist Wipr 2 bekannt dafür, eine Set-and-Forget-Lösung zu sein. Das bedeutet aber immer auch, dass eher vorsichtig blockiert wird, da mangels gezielter Einstellungen auch keine Abhilfe geschaffen werden kann, wenn zu viel blockiert wurde. Persönlich habe ich es lieber, wenn möglichst alles an Werbung und Trackern sowie Telemetrie geblockt wird. Filtr ist hier ein Schritt in die richtige Richtung, weil der Blocker systemweit (also auch in Apps) funktioniert. Dennoch ist das Blockieren mit Wipr 2 und Filtr eher konservativ.
Das hat, wie erwähnt, den Grund, dass bei zu strikten Blockierungen Websites (oder mit Filtr eben ganze Apps) nicht mehr funktionieren würden. Wipr 2 soll aber auch für technisch unerfahrene Nutzer funktionieren. Die gute Nachricht ist, dass Filtr, genau wie Wipr 2, problemlos gemeinsam mit dem iCloud Privat-Relay und auch einem eigenen DNS-Server funktioniert. Der URL-Filter sitzt im selben Bereich wie VPN, DNS und Proxys. Auf dem iPhone ist das in den Einstellungen der Punkt "Allgemein" und dann "VPN und Geräteverwaltung". Dort lassen sich DNS-Server, VPN und auch URL-Filter unabhängig voneinander betreiben.
Bedeutet im Klartext, dass Filtr vollkommen problemlos gemeinsam mit NextDNS oder einem VPN Service verwendet werden kann und natürlich auch mit Apples eigenem iCloud Privat-Relay. Filtr nutzt URL-Filter und die gelten systemweit, sind aber im Grunde nichts anderes als ein systemweiter URL AdBlocker. Und der kann auch zusammen mit einem DNS-Server mit AdBlocker oder einem VPN betrieben werden. Nicht unwichtig. Jedenfalls für Menschen wie mich, die gerne in alle Richtungen alles blockieren. Der URL-Filter greift dabei als erstes, sodass schädliche Domains gar nicht mehr zum DNS-Server oder VPN Service gelangen.
Filtr ist ein In-App Kauf in Wipr 2
Filtr ist ein zusätzlicher In-App Kauf in Wipr 2. Dieser schlägt einmalig mit 5,99 Euro zu Buche und kostet damit dasselbe wie Wipr 2 beim Release. Klingt erst einmal viel, aber Wipr 2 ist auch vergleichsweise günstig gewesen und wer Wipr 2 als AdBlocker verwendet, weiß, wie engagiert die Entwicklerin ist und wie häufig es entsprechende Updates gibt. Das ist wirklich traumhaft!
Filtr ist zudem eine bahnbrechende Neuentwicklung, die auf das aktuelle Feature von iOS und MacOS aufsetzt, nämlich den erwähnten URL-Filter. Das ist nicht nur besonders fortschrittlich, sondern zugleich auch extrem performant und genauer als beispielsweise ein DNS-Server mit AdBlocker oder ein AdBlocker, der ein virtuelles VPN zum Blocken der URLs erstellt.
Vor allem in Kombination ist Wipr 2 mit Filtr sein Geld mehr als wert. Überhaupt ist Wipr 2 eine der wenigen wirklich vorbildlichen Apps im App Store. Unglaublich, was hier geleistet wird.
Fazit zu Filtr
Filtr nutzt keinen DNS-Server und auch keinen VPN-Tunnel. Es verwendet die nativen URL-Filter, die Apple gewohnt effizient in das eigene System integriert hat. Beim systemweiten Blockieren von Werbung und Trackern wird somit auch kaum Energie verbraucht, bei gleichzeitig genauester Blockierung auf URL-Ebene, noch vor der DNS-Abfrage. Wipr 2 blockiert damit erstmals auch Werbung in Apps, also sogenannte In-App Werbung.
Weil Filtr zudem auf URL-Filter setzt, werden nicht einfach Domains blockiert, sondern exakte URLs, was besonders effektiv ist. Die Abfrage findet schon vor dem eigentlichen Netzwerkverkehr statt, was größtmöglichen Datenschutz und beste Performance garantiert. Damit nutzt Filtr auch die effizienteste Art, um Werbung und Tracker zu blockieren. Schneller und effektiver geht es unter iOS und MacOS schlichtweg nicht.
Vor über zehn Jahren habe ich Wipr installiert und Wipr 2 war für mich der absolute No-Brainer, den ich direkt zum Release gekauft habe. Bei Filtr war ich, wie bei Wipr 2, vorab in der Beta und überzeugte mich abermals von dem leidenschaftlichen Engagement der Entwicklerin. Das ist einfach nur vorbildlich. Es gibt und gab und wird vermutlich nie einen AdBlocker für Safari geben, der einfacher und problemloser funktioniert als Wipr 2. Mit Filtr jetzt auch systemweit und somit in allen Apps. Ganz tolle Arbeit, die hier geleistet wurde. Eine klare Empfehlung also.