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Duden Mentor Test

Als Texter und Autor verschiedener Publikationen und Bücher benötige ich zwingend eine bestmögliche Rechtschreibprüfung. Klar, bei Büchern ersetzt die in keinerlei Hinsicht ein persönliches Lektorat, doch sie vermeidet die typischen Tippfehler in Texten und reduziert diese auf ein Minimum. Der Duden Mentor möchte eine solche Rechtschreibprüfung sein.

Das Online-Tool vom Duden hat neben der Rechtschreibprüfung selbst noch ein paar Extras mit an Board. Neben der reinen Textprüfung werden auch Grammatik und Zeichensetzung begutachtet, genau wie der Schreibstil. Doppelte oder zu viel genutzte Wörter und lange Sätze können mit dem Duden Mentor also ebenso verhindert werden wie klassische Rechtschreibfehler.

Nach weit mehr als einem Jahr und einer nahezu täglichen Nutzung ist mir beim Duden Mentor vieles positiv, jedoch auch eine Menge negativ aufgefallen. Um diese Aspekte soll es hier im Test gehen. An dieser Stelle möchte ich euch meine Erfahrungen mit dem Duden Mentor vermitteln, die ich im Test und während meiner Arbeit mit der Rechtschreibprüfung sammeln konnte. Kann ich den Duden Mentor empfehlen am Ende oder würde ich eher abraten?

Duden Mentor Test

Der Duden Mentor im Test. Was kann die Rechtschreibprüfung von Duden und wie gut ist sie für professionelle Texter geeignet, die damit täglich arbeiten?

Wie ich zum Duden Mentor kam

Das ist schnell auf den Punkt gebracht. Als Texter ist eine gute Rechtschreibprüfung essenziell wichtig und alles, was von Haus aus im System oder den gängigen Programmen enthalten ist, überzeugt dabei eher weniger. Also bedarf es zwangsläufig einer zusätzlichen Software und da gibt es neben dem Duden Mentor nur ein oder zwei andere ernst zu nehmende Rechtschreibprüfungen.

Gleich vorweg sei gesagt, dass ich in diesem Bereich (genau wie bei den SEO-Tools) fast alles mindestens einmal ausprobiere (schon aus Interesse) und oft auch mehrere Tools nebeneinander oder gemeinsam in Kombination verwende. In der Regel ist es so, dass eine Software meist nicht alles kann und jedes Online-Tool damit seine eigenen Stärken und Schwächen besitzt. Bei der Rechtschreibprüfung ist das zum Glück nicht ganz so extrem. Dennoch unterscheiden sich die Anbieter voneinander.

Jedenfalls kam ich zum Duden Mentor, als dieser noch sehr neu auf dem Markt war. Das ist übrigens auch einer der Gründe dafür, warum ich derzeit noch ein altes, günstigeres Abo besitze. Doch dazu später und im Absatz zu den tatsächlichen Kosten noch etwas mehr. Was ich damit sagen möchte, ist im Grunde nicht anderes, als dass ich den Duden Mentor schon nahezu seit Release verwende. Viele Änderungen und Verbesserungen habe ich daher live miterlebt. Außerdem wurden von mir inzwischen unzählige Texte mit dem Duden Mentor korrigiert. Mein Duden Mentor Test basiert auf über zwei Jahren der fast täglichen Nutzung. Seit 2020 setzte ich den Duden Mentor ein.

Das nur als Disclaimer vorab, weil es heutzutage oft Testberichte oder Artikel gibt, die sich nicht genügend Zeit für einen Test nehmen und vorschnell über Erfahrungen berichten oder gar ein Urteil fällen. Das ist hier nicht der Fall. Auch bin ich tatsächlich Kunde und zahle für den Duden Mentor seit Jahren selbst, habe also keine kostenlose Version für den Test zu Verfügung gestellt bekommen. Selbiges finde ich ebenfalls wichtig, weil der Preis ein Faktor ist, der nur fair bewertet werden kann, wenn er mit eigenem Geld bezahlt wurde.

Duden Mentor Tarif

Aufgrund des Alters meines Duden Mentor Accounts habe ich noch einen monatlichen Tarif zum besonders günstigen Preis. Den gibt es so gar nicht mehr. Aktuell würde der Tarif über 10 Euro kosten.

Erfahrungen mit dem Duden Mentor

Meine Duden Mentor Erfahrungen beruhen also auf den letzten Jahren, in denen ich das Online-Tool aktiv für meine Arbeit als Texter verwendet habe. Genutzt habe ich es wie erwähnt nahezu täglich. Einfach deshalb, weil ich all die Texte, die ich als Content Manager schreibe oder verwalte, grundsätzlich doppelt prüfe. Auf diese Weise werden grobe Fehler vermieden, die vom Auge schnell übersehen, aber ebenso schnell von Tools wie dem Duden Mentor erkannt und markiert werden.

Für meinen Duden Mentor Test habe ich einfach mal einen kurzen Satz verfasst, der ein paar gängige Fehler enthält. Flüchtigkeitsfehler und Kommafehler. Folgenden Satz habe ich mir ausgedacht, um den Duden Mentor zu testen und gegen die Konkurrenz vom LanguageTool antreten zu lassen. Denn auch das ist wichtig zu wissen. Sollten alle Rechtschreibprüfungen die gleichen Mängel aufweisen, ist schließlich keines davon besser oder schlechter.

Das hier ist mein Satz zum Testen, um die Duden Mentor Rechtschreibprüfung aus der Reserver zu locken. Da fragt sich manch einer, warum ich solch bescheuerte Sätuze mit so offensichtlichen Fehlern schreibe. Kann das ein texter nicht besser? Heute, geht das nicht, morgen vielleicht schon.

Was auffällt ist, dass sowohl der Duden Mentor als auch das LanguageTool die typischen Fehler schnell und direkt erkennen. Die sind also nicht das Problem. Auch die Vertipper werden bei beiden Rechtschreibprüfungen in die korrekten Wörter verwandelt, genauer gesagt werden diese aktiv vorgeschlagen. Aus »Reserver« wird also »Reserve« und aus »Sätuze« werden die »Sätze«. Auch »texter« wird logischerweise mit »Texter« korrigiert. Soweit so gut.

Jetzt kommt der kleine aber feine Unterschied und etwas, was mir beim Duden Mentor sehr oft aufgefallen ist. Das Komma-Problem. Der Duden Mentor möchte in meinem Test beide Kommas entfernen. Das LanguageTool hingegen erkennt, dass das erste Komma falsch ist, das zweite aber sinnvoll.

Diese exemplarische Erfahrung ist es, die beim Duden Mentor im Test regelmäßig aufgefallen ist. Die Kommasetzung erscheint häufig merkwürdig oder der Duden Mentor erkennt den Satz nicht korrekt, weshalb auch das Komma nicht sinnvoll gesetzt wird. Oft entfernt der Duden Mentor als Empfehlung alle Kommas oder setzt sie dort, wo sie einfach vollkommen unpassend sind. Jedenfalls nach meinen Erfahrungen, die sich auf die Nutzung im Test beziehen.

Duden Mentor vs. LanguageTool

Rein technisch wirkt der Duden Mentor simpler und weniger ganzheitlich. Auch zeigt das LanguageTool meist die sinnvolleren Verbesserungsvorschläge für Texte an. Beim Komma haben beide Probleme.

Was der Duden Mentor Test verrät

Allerdings ist es mir wichtig zu erwähnen, dass das LanguageTool auch nicht immer korrekt ist. Überhaupt scheint es absurd zu sein, zu glauben, dass eine Rechtschreibprüfung alle Sätze immer genau richtig interpretieren kann. Das mag durch maschinelles Lernen in Zukunft sicherlich denkbar sein, ist aktuell aber schlicht und einfach noch nicht der Fall.

Was gesagt werden könnte, ist, dass der Duden Mentor auf mich eher wie eine Art von Abgleichung mit dem Duden Wörterbuch zu funktionieren scheint. Während ähnliche Rechtschreibprüfungen heutzutage eben vielmehr versuchen, den Text als Gesamtes zu betrachten und zu analysieren. Der Duden Mentor jedoch geht (zumindest gefühlt) nur die einzelnen Wörter durch, um mögliche Fehler zu erkennen. Nach strikten Regeln und ohne viel Logiken oder Parametern im Hintergrund.

Das würde dann auch erklären, warum der Duden Mentor mit der Kommasetzung solche Probleme hat oder die Zusammenhänge oft nicht allzu gut verstehen oder feststellen kann. Allerdings muss ebenfalls klar gesagt werden, dass jede Rechtschreibprüfung lediglich Vorschläge gibt. Ich erkenne also bei der händischen Korrektur, was der Duden Mentor falsch macht und lehne die Korrektur dementsprechend ab.

Zudem erwarte ich ehrlicherweise nicht, dass eine Rechtschreibprüfung alles perfekt versteht oder gar interpretieren kann. Sie soll in erster Linie Fehler aufzeigen und das klappt mit dem Duden Mentor problemlos. Er zeigt eben nur manchmal zu viel oder zu wenig an und gelegentlich erkennt er auch sehr typische Fehler nicht. Das führt mich gleich zum nächsten Punkt in meinem Duden Mentor Test.

Duden Mentor Fehlerbeschreibung

Die Fehlerbeschreibung finde ich im Duden Mentor übersichtlicher als im LanguageTool. Dies geschieht anhand von digitalen Dateikarten. Auch Synonyme und andere Korrekturen sind hier sofort sichtbar.

Duden Mentor Fehlererkennung

Meine negativen Erfahrungen mit dem Duden Mentor betreffen nämlich in erster Linie genau solche Kleinigkeiten. Das ist es, was im Alltag als Texter oder Content Manager stört und unnötig viel Zeit bei der Korrektur frisst. So erkennt die Rechtschreibprüfung oft einfachste Fehler nicht.

Aktuelles Beispiel aus einem Text, den ich für einen Reiseveranstalter erstellt habe. »Die wunderbaresten Reiseziele«, heißt es dort. Der Duden Mentor sieht in diesen drei Wörtern keinen Fehler. Dabei erkennt selbst die integrierte Rechtschreibprüfung von MacOS sofort, dass es »wunderbaresten« so nicht gibt und es »wunderbarsten« heißen muss. 

Solche einzelnen Wörter, mit denen der Duden Mentor enorme Schwierigkeiten zu haben scheint, fallen im Test immer wieder auf. Der Duden Mentor ignoriert diese dann komplett, markiert sie also nicht einmal in irgendeiner Weise. Prüfe ich nur die markierten Stellen, übersehe ich derartige Fehler schnell.

Jedenfalls ist das zum aktuellen Zeitpunkt der Fall. Natürlich habe ich die Auffälligkeit direkt via E-Mail an die Entwickler vom Duden Mentor gesendet, damit diese sich der Sache annehmen können. Gesagt ist das aber nicht, denn ich habe mittlerweile bereits einige E-Mails geschrieben und wirklich viel getan hat sich beim Duden Mentor seitdem dennoch nicht.

Duden Mentor Fehlererkennung

Als Marke möchte der Mentor sich selbst mit Bindestrich schreiben. Ungewöhnlich. Andere Fehler werden hingegen regelmäßig übergangen und nicht einmal aus Vorsicht markiert.

Das stört mich am Duden Mentor

Neben dem fehlenden Gehör für Feedback oder gar einem Button, um so etwas direkt aus der Rechtschreibprüfung heraus melden zu können, gibt es noch weitere Dinge, die mich am Duden Mentor dezent nerven. Das sind für sich genommen oft Kleinigkeiten, die sich jedoch summieren.

Die eben erwähnte Trägheit, wenn es um Fehlerbehebungen geht, ist definitiv eines dieser Dinge. Auch wirkt das Tool einfach nicht ausgereift, wenig modern und kommt nur langsam voran, was die Entwicklung betrifft. Es erscheint dabei oft so, als wenn Duden hier kein eigenes Team hat, sondern es eine reine Auftragsarbeit ist. Genau das führt in mir bekannten Fällen oft dazu, dass die Entwicklung eben eher langsam voranschreitet und das Unternehmen selbst nicht mit Herzblut dabei ist. 

Mir fehlt insbesondere der sichtbare Wille, die beste Rechtschreibprüfung im deutschen Raum zu sein. Die Entwicklung vom Duden Mentor plätschert so vor sich hin, lässt aber weiterhin vieles vermissen. Es erscheint mir eher so, als müsse Duden auch so etwas anbieten, weil es halt andere machen.

Auch existieren zwar Erweiterungen für die Browser, doch der Safari wird aktuell komplett ignoriert. Ich bin jetzt mal ganz vorsichtig und behaupte, dass der Safari mittlerweile mehr genutzt wird als Firefox. Eine native App für iOS fehlt übrigens ebenso wie eine für MacOS. Duden Mentor ist damit ein reines Online-Tool und bleibt es wohl auch.

Genau wie der Duden wirkt der Duden Mentor dadurch ein wenig konservativ und altbacken. Erweiterungen für alle Browser außer Safari, ein Addon für Word (als ob Texter*innen oder Content Manager*innen noch mit Word arbeiten) und eine Rechtschreibprüfung, die, zumindest gefühlt, sehr Wort für Wort arbeitet, statt Texte zu deuten und ganzheitlich zu korrigieren.

Mehrmals ist es mir im Test zudem passiert, dass der Duden Mentor plötzlich nicht mehr erreichbar war. Wohlgemerkt zu Arbeitszeiten am Morgen. Wie kann eine Rechtschreibprüfung ernsthaft Wartungsarbeiten während der Arbeitszeiten am Vormittag durchführen, in denen sie logischerweise gebraucht und verwendet wird? Diese Erfahrungen habe ich des Öfteren gemacht.

Was noch viel mehr fehlt, ist ein vor und zurück Button, da das intern in den Browsern nicht immer ideal funktioniert. Stürzt der Browser ab oder wird aus Versehen geschlossen, ist alles weg. Duden Mentor speichert nämlich nichts, egal wie lang der Text auch sein mag. Eine Sicherung ist aktuell in keinerlei Hinsicht vorgesehen.

Auch das ist mir im Test schon passiert. Ein langer Text wurde im Duden Mentor Korrektur gelesen und war plötzlich weg. Fast sechzig Minuten Arbeit einfach gelöscht, weil im Duden Mentor keine Zwischenspeicherung stattfindet. Vollkommen absurd für ein Tool dieser Art, denn gerade im Browser kann ständig mal ein Absturz alles zunichtemachen.

Seitdem nutze ich den Duden Mentor nur noch so, dass ich Absatz für Absatz hineinkopiere. Was am Ende keinen Unterschied macht, weil die Rechtschreibprüfung die Texte eben nie (jedenfalls kommt es mir so vor) ganzheitlich analysiert. Selbst wenn sie es würde, gäbe es ein künstliches Limit und das liegt, je nach Abo, bei gerade einmal 40.000 Zeichen. Texter*innen, Lektor*innen und Content Manager*innen dürfen jetzt laut lachen, da ihnen das selten ausreichen wird. Die Konkurrenz vom LanguageTool kann übrigens problemlos bis zu 100.000 Zeichen pro Text analysieren.

Duden Mentor Browser

Duden Mentor im Safari Browser? Unter iOS? MacOS? Vergesst es, der Duden Mentor unterstützt nur die Klassiker, nicht mehr und nicht weniger.

Duden Mentor Preise und Tarife

Kostenlos kann der Duden Mentor lediglich mit 800 Zeichen gefüttert werden. Das bringt nicht viel, zumal die Prüfung auf Stil und Vokabular den Premium-Nutzer*innen vorbehalten ist, wie auch die Anzeige passender Synonyme. Wer den Duden Mentor also ernsthaft nutzen möchte, muss zwangsläufig dafür zahlen, da er sonst keinen Mehrwert erhält.

Obwohl der Duden Mentor im Test einige Mängel hat und meine Erfahrungen, gerade im Vergleich mit ähnlicher Software, viele Unzulänglichkeiten offenbaren, ist er dennoch vergleichsweise teuer. Für 9,95 Euro gibt es die Rechtschreibprüfung als monatliches Abo, was bei jährlicher Kündigung immerhin nur 6,95 Euro im Monat sind. Die normalen Tarife sind aber auf 20.000 Zeichen begrenzt. Für mich als Texter und Content Manager wäre das viel zu wenig.

Die Tarife für Vielschreiber, wie es beim Duden Mentor heißt, sind hingegen unverhältnismäßig teuer. 14,95 Euro werden hier im Monat fällig. Wer pro Jahr zahlt, muss immer noch mit 10,45 Euro rechnen. Dafür gibt es immerhin ein erhöhtes Limit auf 40.000 Zeichen. Was jedoch immer noch zu wenig ist, je nach Anwendungsfall, versteht sich.

Vergleiche ist das jetzt mit dem LanguageTool, sind die Preise ein schlechter Scherz. Auch wenn der Entwickler dort ein jährliches Abo per Preisschraube forciert, kostet mich das LanguageTool lediglich 4,99 Euro im Jahr, bei ganzen 100.000 Zeichen pro Text. Kostenlos sind immerhin 10.000 Zeichen möglich.

Duden Mentor Preise

Preislich ist der Duden Mentor im Vergleich mit Konkurrenten wie LanguageTool wenig verlockend. Er ist teurer, kann weniger, unterstützt kaum Drittanbieter und hat keine nennenswerten Vorteile.

Duden Mentor vs. LanguageTool

Wo wir gerade beim LanguageTool sind, würde sich ein Vergleich anbieten. Der Preis ist schon einmal deutlich attraktiver und auch das Limit in Bezug auf die Wortzahl im Editor ist mit 100.000 Zeichen mehr als doppelt so hoch wie im Duden Mentor. Doch es gibt noch weitaus mehr, was im LanguageTool besser funktioniert.

Da wäre unter anderem der Support für Drittanbieter. Neben Word gibt es hier auch ein Addon für Google Docs, OpenOffice und LibreOffice. Safari wird, anders als beim Duden Mentor, ebenfalls mit einer entsprechenden Erweiterung unterstützt. Apps für iOS, MacOS und Windows sorgen zudem dafür, dass die Rechtschreibprüfung nativ verwendet werden kann. In E-Mails funktioniert das Ganze ebenfalls, zum Beispiel in Gmail oder Thunderbird.

In der Theorie versteht LanguageTool die Texte außerdem ganzheitlicher und korrigiert weniger auf Basis einzelner Wörter. Die Software wirkt dadurch schlichtweg moderner und zeitgemäßer, speichert Texte immer zwischen (sodass sie nie einfach abhandenkommen) und reagiert deutlich schneller als der Duden Mentor. Zumindest sind das meine Erfahrungen aus dem Test beider Online-Tools.

Der zuvor bereits erwähnte Fehler mit »Die wunderbaresten Reiseziele« ist übrigens Duden Mentor exklusiv. Die Rechtschreibprüfung vom LanguageTool korrigiert diesen Fehler korrekt und schlägt sofort das richtige Wort vor.

Auch hat der Duden Mentor grundsätzlich Probleme mit Überschriften oder Markdown und korrigiert ständig Listen sowie ähnliche Formatierungen. Das passiert im LanguageTool nicht, dort werden auch Überschriften in Markdown noch als solche erkannt. Der Duden Mentor hingegen arbeitet am zuverlässigsten mit einfachem Fließtext.

LanguageTool

Kann mehr, korrigiert besser, ist schneller und obendrein auch günstiger. Das LanguageTool ist kein Konkurrent, sondern vielmehr der klare Sieger im Vergleich mit dem Duden Mentor.

Für wen eignet sich Duden Mentor?

Selbst wenn der Duden Mentor seine Schwächen hat, ist er nicht automatisch schlecht. Im Gegenteil sogar. Mir gefällt der Arbeitsablauf vom Duden Mentor im Test deutlich besser als der in vergleichbaren Online-Tools. Das liegt an der Schrift, den klaren Farben und der allgemeinen Handhabung. Ich mag das Look-and-feel der Rechtschreibprüfung einfach.

Das Problem ist und bleibt, dass die Limits für mich als Profi zu gering ausfallen. Auch erkennt der Duden Mentor eben schlichtweg nicht alle Fehler zuverlässig. Das erwarte ich zwar gar nicht, nutze dann aber Software, die eine höhere Quote erzielt. Am Ende sollen möglichst viele Fehler erkannt werden, damit ich diese bei Bedarf korrigieren kann.

Meiner Erfahrung nach ist der Duden Mentor vorwiegend für eine private Nutzung interessant. Für alle, die nicht viele Addons benötigen, das Tool in ihrem Browser (nicht Safari) verwenden oder ihre Texte konservativ in Word schreiben. Wer professionell mit Texten arbeitet, viele Wörter und somit lange Artikel auf einmal korrigiert sowie zudem auf eine reibungslose Funktion und Erreichbarkeit angewiesen ist, der hingegen wird weniger glücklich.

Duden Mentor Limits

Für professionelle Texter wie mich ist der Duden Mentor zu stark limitiert. Selbst im derzeit teuersten und größten Tarif liegt das Limit bei 40.000 Wörtern pro Text. Viel zu wenig.

Duden Mentor Fazit

Mir persönlich gefiel der Duden Mentor von Anfang an ein wenig besser als vergleichbare Online-Tools. Ich mag das klassische Duden-Layout, ich mag den Editor und die Schrift. Das blieb auch über ein Jahr so und ich habe mich den anderen Rechtschreibprüfungen währenddessen regelrecht verweigert oder sie nur nebenbei verwendet. Selbst dann noch, als ich wusste, dass sie an vielen Stellen effektiver sind.

Bis vor einigen Wochen war das der Fall. Dann habe ich mich dazu entschlossen, den Duden Mentor Test zu schreiben und all meine Erfahrungen einfach mal in einen Artikel zu pressen. Gleichzeitig nutze ich nun hauptsächlich das LanguageTool und ziehe den Duden Mentor nur noch als Alternative oder Zweitprüfung für meine Texte heran.

Allgemein wurden die Erfahrungen somit eher schlechter. Da verschwanden Texte, weil ich versehentlich das falsche Fenster schloss, oder es wurden ganz klar ersichtliche Fehler nicht mehr korrigiert. Plötzlich gab es Wartungsarbeiten und eine Unerreichbarkeit zu meinen Hauptarbeitszeiten. Der Duden Mentor vergraulte mich in erster Linie durch seinen schlechten Service, würde ich sagen.

Mein Abo werde ich jedoch erst einmal behalten, da ich weiterhin beobachten möchte, in welche Richtung sich die Software entwickelt. Als Texter bin ich daran genau so interessiert, wie an vielen verschiedenen SEO-Tools, die oft ebenfalls ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen besitzen. Selbst das beste SEO-Tool kann schließlich nicht alles.

Alle Erfahrungen der letzten Jahre stecken in diesem Duden Mentor Test. Dabei habe ich die Rechtschreibprüfung tatsächlich nahezu täglich und im beruflichen Umfeld verwendet. Ohne Zweifel wird sich der Duden Mentor, wie alle Online-Tools dieser Art, beständig verbessern und weiterentwickeln. Mein Fazit allerdings bezieht sich gar nicht so sehr auf die Fehler oder Probleme selbst. Eher auf die Art und Weise, wie das Online-Tool sich über die Zeit hinweg entwickelt hat.

Am Ende ist mir klar geworden, dass der Duden Mentor in gewisser Weise ein altbackenes, eher konservatives Tool ist. Während andere Programme maschinelles Lernen einsetzen, eigene Algorithmen schaffen oder moderne Systeme mit Arbeitsweisen in Teams und der Cloud realisieren, ist der Duden Mentor eine (gefühlt) veraltete Software. Die nur das Nötigste an Drittanbietern unterstützt, Texte nicht zwischenspeichert und Downtimes zu Arbeitszeiten provoziert, statt derartige Wartungen in den Abend oder die Nacht zu verlegen.

Mein Fazit ist also nicht, dass der Duden Mentor nicht funktioniert. Ich mag die Rechtschreibprüfung bis heute. Mein Fazit ist, dass es zu langsam weiterentwickelt und optimiert wird, zu träge als System agiert und sich deshalb nicht für den beruflichen Gebrauch eignet. Jedenfalls nicht für mich. Für alle anderen hingegen macht es auch keinen Sinn, weil die Preise im Vergleich zu hoch sind.