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Ich mag hässliche Websites. Weil sie besser funktionieren, skalierbar sind und einen minimalistischen Ansatz verfolgen. Mehr dazu hier.

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Hässliche Websites

Immer wieder bekomme ich die Frage, warum meine Websites eigentlich so hässlich sind. Spoiler: Sind sie eigentlich gar nicht. Sie sind nur minimalistisch. Also richtig minimalistisch. Komplett entkernt und auf ihr Minimum reduziert.

Manche finden das hässlich. Manche finden aber auch LED-Streifen an ihrem Gaming PC hübsch und mögen knallrote Hosen. Ihr merkt schon, so kommen wir nicht weiter. Nennen wir diese Websites also lieber puristisch. Hässlich sind sie nämlich ganz und gar nicht.

Vor mehr als einem Jahrzehnt, habe ich meine erste Website erstellt. Dann, nach einer ganzen Weile, bin ich, wie eigentlich alle Web Worker, in Richtung WordPress gewandert. Doch WordPress hatte und hat ein Problem und das sind die überladenen WordPress Themes. Also habe ich eigene entwickelt. Minimal Themes. Inzwischen bin ich sogar bei einem Flat File CMS gelandet, also weit weg von WordPress. Doch das ist eine andere Geschichte, für einen anderen Artikel.

Da wären wir dann auch wieder beim Thema Minimalismus und Designs, die nicht verspielt oder überladen auftreten, sondern reduziert erscheinen. Aber warum nun dieser Wahnsinn, alles zu reduzieren? Moment, das erkläre ich euch gerne noch etwas genauer.

Minimalismus funktioniert

Wie eben bereits erwähnt, erschaffe ich seit über einem Jahrzehnt Websites. Die waren früher oft aufwendig und verspielt. Web Designer wollten zeigen, was technisch möglich ist und was sie können. Dann kam CSS 3, mit all seinen neuen Funktionen für Animationen, auch das war wieder die reinste Spielwiese. Tja und dann habe ich begriffen, was das alles für ein sinnloser Schwachsinn ist.

Denn es hat einen Grund, dass große Websites wie Google, Reddit, Amazon und Co im Kern sehr simpel aufgebaut sind. Warum das Design solcher Plattformen zweckmäßig und minimal bleibt. Wollt ihr wissen, wieso diese Portale so minimalistisch sind? Weil es funktioniert. Ganz einfach. Und weil es skalierbar bleibt, was die Technik angeht. Egal wie viele Besucher kommen.

In all den Jahren, habe ich selbst immer wieder herausgefunden, dass Websites, Buttons und Formulare, immer dann am besten funktionieren, wenn sie möglichst ablenkungsfrei und simpel gestaltet sind. Minimalistisch eben. Was einfach ist, funktioniert auch einfach. Eine klare Regel, die sehr simpel klingt, oft aber gar nicht so leicht umzusetzen ist, wenn es um Websites geht.

Hohe Conversion Rates

Schuld an meinem Hang zum Minimalismus, ist auch die seitdem gemessene Convertion Rate. In verschiedenen A/B Tests stellte sich über die Jahre nämlich immer und immer wieder heraus, dass die simplen Dinge am besten funktionieren. Dass Animationen zwar schick aussehen können, aber unnötig ablenken oder im schlimmsten Fall sogar für Probleme in den unterschiedlichen Browsern sorgen.

Doch desto simpler ich wurde, desto höher fielen die Conversion Rates aus und desto größer wurde der Erfolg einzelner Elemente. Klar, einige nennen so etwas dann hässlich, doch im Grunde ist das Gegenteil der Fall. Ich konzentriere mich auf das was funktioniert und versuche einen minimalistischen Ansatz zu finden, den ich stilvoll umsetzen kann.

Mit gut lesbaren Schriftarten beispielsweise. Mit klaren Linien und Elementen, starken und einfachen Farben. Selbstverständlich setzte ich dabei alles in einem Mobile First Design um, weil heutzutage eben einfach alles Mobile First ist. Ob uns das nun gefällt oder nicht.

Meine Websites sind also nicht hässlich, sondern nur besonders gut durchdacht und optimiert. In ihnen steckt all meine Erfahrung als SEO, Content Manager, Webmaster und schließlich auch Mensch. Vor allem aber verkörpern sie die Reduktion auf das Wesentliche, die ich als Minimalist auch selbst vertrete.

Schriften im Fokus

Persönlich setzte ich meinen Fokus nicht immer, jedoch ziemlich oft, auf die Schriften im Design. Fonts faszinieren mich allgemein sehr. Außerdem bin ich nach wie vor ein großer Freund von System Fonts. Mit einfachen CSS-Befehlen, lassen sich auf jedem System die Schriftarten nutzen, die dort am besten aussehen oder funktionieren. Das ist heutzutage einfacher als jemals zuvor. Zum Beispiel so:

Webfonts hingegen, gilt es stets durchdacht zu optimieren. Ein Subsetting ist dabei nur der erste Schritt, besser ist es, die jeweilige Schriftart händisch mit einem Font Editor zu bearbeiten und so für noch kleinere Dateigrößen zu sorgen. Die perfekte Webfont ist dann nur noch 4 bis 8 Kilobyte groß. Das geht übrigens, richtig optimiert, mit fast jeder Schriftart, egal wie komplex sie zunächst erscheint. Mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand, versteht sich.

Eine Schrift muss außerdem besonders gut lesbar sein. Geschmäcker sind verschiedenen, Lesbarkeit vereint sich hingegen oft. Sie sollte auch dann noch laden, wenn das Datenvolumen längst aufgebraucht ist. Darf weder ablenken, noch zu verspielt oder verschnörkelt erscheinen. Bei viel Text, sind Schriftarten mit Serifen nach wie vor fantastisch. Ignoriert solche Fakten nicht, nur weil ihr irgendeine vermeintlich hübsche Schrift entdeckt habt.

Besonders unschön finde ich, dass die Schriftgrößen auf Websites mittlerweile ins Absurde getrieben werden. Nur weil es vor 10 Jahren mal einen A/B Test gab, in denen große Schriften besser abschnitten, gilt das nicht pauschal und überall. Was für ein Blödsinn. Nichts nervt mehr, als einen langen Text am Smartphone zu lesen, dessen Schrift so groß ist, dass ich ständig scrollen muss. Ich bin doch nicht blind.

Content im Mittelpunkt

Bilder, Videos und Farben, sollten meiner Meinung nach also nur reduziert auftreten. Flat Design war der beste Trend überhaupt und als die Websites dann gerade wieder minimaler wurden, meinte Google leider das Material Design einführen zu müssen. Also wurde wieder alles komplizierter, bekam Ebenen und Schatten. Dann kam das Fluent Design und schon verschwand der Massenminimalismus wieder.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich konzentriere mich auf Inhalte, nicht auf Spielereien Drumherum. Der Button kann noch so viele Farbverläufe und Animationen besitzen, in der Regel funktioniert er deshalb aber nicht besser, sondern wird nur anfälliger für technische Probleme. Je verspielter ein Design außerdem ist, desto höher ist auch die Chance, dass es einem Besucher nicht gefällt.

Konzentriert euch also auf das, was ihr könnt. Nennt meine Website von mir aus hässlich, aber sie liefert euch die Inhalte, die sie liefern möchte. Ohne verspielten Quatsch, ohne Animationen, ohne Ablenkung. Lest es oder lasst es. Liebt es oder hasst es. Das hier richtet sich an Menschen, die gerne Eindrücke erfahren und wissbegierig sind. Nicht an ADHS-Kinder, auf der Suche nach der nächsten krassen Animation sind und am liebsten alles vorgelesen haben wollen.

Hässlich ist relativ

Was manche deshalb hässlich nennen, verfolgt einen Plan. Was manch einer nicht schön findet, war von Anfang an durchdacht. Die Hässlichkeit hat System, könnte man sagen. Doch so würde ich es nicht sagen. Ich mag meine minimalen Designs. Wirklich. Ich finde sie nicht hässlich. Gar nicht. Sie sind reduziert und stilvoll. In einer Welt, die immer mehr ausartet. Mit Designs, die mich oft nur noch anschreien.

Weil ich Überflüssiges nicht leiden kann, mag ich meine Websites so. Weil ich mich selbst als Minimalist bezeichnen würde. Weil ich es wichtig finde, dass keine Show abgezogen wird, um Aufmerksamkeit zu erregen. Erschafft richtig gute Inhalte. Seid besser als alle anderen und überzeugt mit Content, statt mit Feuerwerk.

Vielleicht bin ich es aber auch, der nicht richtig tickt. Wen interessiert das schon? Ich mache mein Ding, ihr macht euer Ding. Für mich funktioniert diese Philosophie hervorragend. Weil sie eben keine Willkür ist, sondern auf all meiner Erfahrung beruht. Davon konnte ich als Autor, Betreiber großer Websites, SEO und Web Worker, in all den Jahren wirklich mehr als genug sammeln.

Tja und deshalb mag ich hässliche Websites.

Ihr jetzt hoffentlich auch.